Home
Etiketten aller Art
Einblicke in unsere Produktion
Materialkunde
Anfrageformular Etiketten
Unsere Rohstoff - Lieferanten
Etiketten für die Getränke Industrie
Dauerhafte Etikettierung
Lebensmittel-Etiketten
Haushalt & Körperpflege
Industriechemikalien
Pharma & Gesundheitswesen
Sicherheits-Etiketten
Reifenkennzeichnung
Thermotransferfolie
Etikettendrucker
Kartendrucker
Barcode-Scanner
Mobile Datenerfassung
Etikettensoftware
Dienstleistung
telefon.jpg          kontakt_small.jpg

Materialkunde

Ein selbstklebendes Etikett besteht in der Regel aus drei Grundelementen: dem Obermaterial, der Klebstoffschicht auf seiner Rückseite und dem Abdeck- oder Trägermaterial, auf dem das Etikett solange verbleibt, bis es vor dem Gebrauch abgezogen wird.

Die Haftverbundhersteller führen in ihrem Angebot viele verschiedene Selbstklebe-Materialien. Der Kunde kann sowohl beim Obermaterial als auch bei Klebstofftyp und Trägerpapier aus einer breiten Palette das auf seine spätere Verwendung hin abgestimmte Produkt auswählen. Durch die freie Kombination der verschiedenen Komponenten läßt sich für nahezu jede Praxisanwendung die richtige Etikettenlösung finden. Eine Übersicht der Materialkomponenten, die hierfür zur Verfügung stehen, ist nachfolgend dargestellt.

1. Obermaterial
Allgemein ist das Obermaterial der Teil des Selbstklebe-Etiketts, den der Endverbraucher in der Anwendung zu sehen bekommt und deshalb als den eigentlichen "Aufkleber" bezeichnet. Grundsätzlich kann das Obermaterial aus Papier oder Folie bestehen. Die Wahl richtet sich in jedem Fall nach der Aufgabe, die das Etikett zu erfüllen hat.

1.1 Selbstklebende Etiketten aus Papier
Papier stellt in der gesamten Druckindustrie den traditionsreichsten und nach wie vor wichtigsten Bedruckstoff dar. Auch die Mehrzahl der selbstklebenden Etiketten besteht aus Papier.

1.1.1 Ungestrichene Papiere
Die Basis der Papierqualitäten bilden die ungestrichenen Sorten. Zur Verbesserung der Oberflächenstruktur können die Papiere satiniert, d.h. durch Walzen mit hohem Preßdruck geglättet werden, so dass eine höhere Druckqualität erreicht wird.

1.1.2 Gestrichene Papiere
Eine Qualitätssteigerung erfahren Papiere durch das Aufbringen einer Streichmasse aus Füll- und Bindemitteln. Dadurch erhalten gestrichene Papiere eine sehr homogene Oberfläche, die hochwertige Druckergebnisse ermöglicht.

1.1.3 Gussgestrichene Papiere
Besonders geschlossene Oberflächen weisen gussgestrichene Papiersorten auf, bei denen die Trocknung der Streichmasse durch einen hochglänzenden, verchromten Trockenzylinder geschieht.

1.1.4 Computerbedruckbare Papiere
Eine spezielle Gruppe bilden auch die Haftpapiere, die in Computerdruckern verarbeitet werden können. So brauchen Laserdrucker, Inkjetdrucker sowie Thermotransferdrucker speziell konzipierte Etikettenmaterialien.

1.1.5 Thermosensitive Papiere
Allen Thermopapieren ist gemeinsam, dass sie eine spezielle, hitzeempfindliche Beschichtung besitzen, in der unter Einwirkung von Wärme eine chemische Farbreaktion an den Stellen ausgelöst wird, die das Druckbild ergeben sollen.

1.2 Ausstattung der Papiere
Selbstklebe-Etiketten aus Papier sind je nach Verwendungszweck in einer Vielzahl an Sorten und Qualitäten in verschiedenen Flächengewichten lieferbar. Bei den Rohstoffen besteht die Wahl zwischen Standard-Zellstoff oder total chlorfrei (TCF) gebleichtem Zellstoff.

Neben den weißen Papieren beschichten die Haftverbundhersteller auch farbige Papiere. Für spezielle Aufgaben sind auch metallisierte oder mit Aluminiumfolie kaschierte Papiere erhältlich. Weitere Spezialitäten sind selbstdurchschreibende Papiere, öl- und fettdichte Papiere oder für die direkte Lebensmitteletikettierung geeignete Papierqualitäten.

1.3 Selbstklebende Etiketten aus Kunststoff
Im Haftetikettenbereich nimmt der Einsatz von Kunststoffen kontinuierlich zu. Verwendung finden u.a. Folien aus Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP) sowie Polystyrol (PS), Polyester (PET) und Polyvinylchlorid (PVC). Weiterhin stehen Acetatfolien und Folienspezialitäten zur Verfügung.

1.3.1 Polyethylen
Polyethylen ähnelt vom Erscheinungsbild und von den physikalischen und mechanischen Eigenschaften dem allgemein sehr bekannten Kunststoff Polyvinylchlorid (PVC), bietet aber eine höhere Dimensionsstabilität. PE-Folien entsprechen in ihren vielen Möglichkeiten den anwendungstechnischen Forderungen von Verpackungsdesignern. Da Polyethylen zur Familie der Polyolefine zählt, gilt es allgemein als umweltfreundlicher als viele der anderen Kunststoffe.

1.3.2 Polyester
Ein Vorteil der PET-Folie ist die sehr hohe Temperaturbeständigkeit. Bis 150° C ist sie dimensionsstabil und ihr Schmelzbereich liegt bei ca. 260° C.

PET-Folien werden daher auch oft mit hochwertigen Beschichtungen ausgestattet und können aufgrund ihrer ausgezeichneten Temperaturstabilität sehr gut als Basismaterial für den variablen Daten - und Digitaldruck (u.a. Inkjet, Laser und Thermotransferdruck) eingesetzt werden. Anwendungsbereiche sind hochwertige Typenschilder.

Der Temperaturbereich einer PET-Folie liegt bei ca. -60° bis +150°C Chemische Resistenz gegen Wasser, Benzin, Fette/Öle und Alkohole sind sehr gut, gegen Säuren und Laugen gut.

1.3.3 Polyvinylchlorid
Polyvinylchlorid ist in einer ganzen Reihe von unterschiedlichen Farben, Stärken und Härten auf dem Markt. Der Werkstoff PVC ist heute frei von Schwermetallen und wegen seiner guten Witterungsbeständigkeit für Anwendungen im Außenbereich sehr geschätzt.

1.3.4 Polystyrol
Polystyrol, das in verschiedenen modifizierten Folienvarianten erhältlich ist, lässt sich relativ leicht stanzen. Es besitzt keine Weichmacher oder anderen Additive und ist dimensionsstabil, so dass es als gute Alternative für den Einsatz auf Plastikverpackungen angesehen wird.

1.3.5 Polypropylen
Polypropylen wird häufig als Kaschierfolie genutzt. Aufgrund sehr guter Werte bei der Transparenz gelten PP-Folienetiketten als ideale Produkte für die hochtransparente Etikettierung von Glas- und Kunststoffverpackungen.

1.3.6 Acetatfolien
Die Forderungen nach einem "etikettenfreien" (No-Label-Look) Erscheinungsbild von Verpackungen erfüllen auch Acetatfolien sehr gut. Sie sind allerdings empfindlich gegenüber Lösemitteln und besitzen eine geringe UV-Beständigkeit. Dagegen lassen sie sich sehr gut mit Heißprägungen versehen und werden wegen der geringen Weiterreißfestigkeit gerne für fälschungssichere Etiketten genutzt.

1.4 Ausstattung der Folien
Die meisten Folien für selbstklebende Etiketten sind in transparenter, weiß matter oder glänzender Ausführung erhältlich. Daneben stehen auch metallisierte Folien zur Verfügung. Aufgrund der breiten Anwendungspalette von Folien ist zu erwarten, dass ihre Verwendung in Zukunft weiter zunehmen wird.

1.5 Synthetische Obermaterialien
Als Sondermaterial für Etiketten sind die so genannten synthetischen Papiere zu nennen, die zwar ein papierähnliches Aussehen besitzen, aber aus verschränkten Kunststoff-Fasern bestehen. Sie sind besonders reißfest und resistent gegen Umwelteinflüsse. Eine weitere Spezialqualität sind Gewebe wie Seide, Baumwolle oder Polyester.


2. Klebstoff
Innerhalb des Haftverbundes fällt dem Klebstoff die Aufgabe zu, das jeweilige Obermaterial mit einem Untergrund mehr oder weniger fest zu verbinden. Wichtig für die Klebeeigenschaften eines Etiketts ist das Zusammenspiel von Kohäsion und Adhäsion. Unter Kohäsion versteht man die innere Festigkeit des Klebstoffs. Mit Adhäsion wird im allgemeinen die Wechselwirkung des Klebstoffs mit dem zu beklebenden Substrat bezeichnet. Im folgenden sind die drei Klebstofftypen aufgeführt, die in der Praxis im Wesentlichen verwendet werden.

2.1 Naturkautschuk
Klebstoffe auf der Basis von Naturkautschuk werden seit rund 150 Jahren hergestellt. Ihre Klebrigkeit erhalten sie durch das Aufquellen des Kautschuks mit Lösemitteln und durch die Zugabe von Harzen. Zum Schutz gegen Alterung werden spezielle Additive beigegeben. Mit Naturkautschuk-Klebstoffen wird auch heute noch ein sehr breiter Bereich an Anwendungen abgedeckt.

2.2 Synthesekautschuk
Synthesekautschuk wird zusammen mit klebrig machenden Harzen und verschiedenen Additiven gemischt. Die Verarbeitung erfolgt in der Regel als Schmelzhaftklebstoff. Er besitzt eine hohe Klebkraft auch auf unpolaren und rauen Substraten.

2.3 Polyacrylate
Reine Acrylat-Klebstoffe verfügen über gute und beständige Klebeeigenschaften. Sie werden als Dispersion oder aus Lösung verarbeitet. Eine weitere Variante sind strahlenhärtbare Acrylat-Klebstoffe. Anfangs- und Endklebkraft variieren mit der molekularen Struktur. Sie besitzen eine sehr gute Alterungs- und Wetterbeständigkeit. Die Temperaturbeständigkeit ist je nach Konstruktion des Klebers unterschiedlich. Die Beständigkeit gegenüber Chemikalien ist hoch.

Modifizierte Acrylatkleber beinhalten zusätzliche Additive, die die Eigenschaften des Klebstoffs beeinflussen und somit bei bestimmten Anwendungen ihr Klebeverhalten verbessern. Durch Zugabe von ausgesuchten Harzen kann beispielsweise ein sog. weicherer Klebstoff entstehen, der aufgrund seiner verbesserten Benetzungseigenschaften auch auf schwierigen niederenergetischen Oberflächen oder auf strukturierten Untergründen haftet.


3. Trägermaterialien
Das Trägermaterial ist in aller Regel mit einer Trennschicht aus Silikon versehen. Es hat die Aufgabe, das eigentliche Etikett während der Herstellung zu tragen und seine Klebstoffschicht vor Verunreinigungen zu schützen, so dass es Verarbeitungsprozesse wie Bedrucken, Stanzen, Schneiden, Perforieren etc. durchlaufen kann. Beim Anstanzen der Selbstklebeetiketten dient das silikonisierte Material als Stanzunterlage. Beim Basismaterial stehen Trennschutzpapiere oder verschiedene Trennschutzfolien zur Auswahl.

3.1 Trägermaterialien aus Papier
Ein gängiges Trägermaterial für Selbstklebe-Etiketten sind satinierte Kraftpapiere. Daneben werden auch gestrichene Papiere eingesetzt. Für spezielle Anforderungen, beispielsweise Unempfindlichkeit gegenüber Feuchtigkeit, wird zudem kunststoffbeschichtetes Papier verwendet. Weiterhin sind Spezialprodukte wie selbstdurchschreibende Trägerpapiere verfügbar.

3.2 Trägermaterialien aus Kunststoff
Kunststoff-Folien werden in erster Linie dann als Trägermaterial gewählt, wenn die spätere Anwendung besondere Anforderungen stellt. Soll ein selbstklebendes Etikett beispielsweise die Anmutung eines direkt bedruckten Behälters imitieren (No-Label-Look), empfehlen Haftverbundhersteller häufig silikonisierte Folien, die hochtransparent und extrem glatt sind.

3.3 Ausstattung der Folien
Als Basis für Silikonpapier kann Zellstoff dienen, der entweder konventionell oder chlorfrei gebleicht ist. Trennpapiere sind in verschiedenen Farben erhältlich. Sie kommen in unterschiedlichen Flächengewichten und Stärken zum Einsatz. Die Palette reicht von sehr dünnen Papieren bis zu Materialien in Kartonstärke.

Bei der Auswahl des Trägermaterials wird hauptsächlich der Faktor Trennverhalten berücksichtigt. Wichtige Merkmale für Trennschutzpapiere sind außerdem Reißfestigkeit, Widerstandskraft beim Stanzen, Zugfestigkeit, Dimensionsstabilität usw. Sie sind abzustimmen auf die Anforderungen, die durch Verarbeitungsprozesse und durch das manuelle oder automatische Spenden der Etiketten gestellt werden.

Das Trennverhalten kann über die Art der Silikonbeschichtung beeinflusst werden und ist somit auf unterschiedliche Einsatzzwecke einstellbar. Dies spielt vor allem bei der Weiterverarbeitung der Selbstklebe-Etiketten mit Spendeautomaten eine große Rolle. Ein störungsfreies und schnelles Verspenden macht das Selbstklebeetikett wirtschaftlich überlegen.


4. Trägerlose Selbstklebeetiketten
Eine Sonderform unter den selbstklebenden Etiketten stellen die sog. trägerlosen Systeme dar. Sie kommen ohne silikonisierte Trennpapiere oder -folien aus. Bei dieser Etikettenform wird als besonderer Vorteil gewertet, dass kein Trägermaterial nach der Applizierung als Abfall anfällt. Durch das Fehlen eines Trägers wird allerdings die Auswahl bei den Etiketten auf rechteckige Formen beschränkt, da das Formstanzen ohne Träger nicht möglich ist. Das Abschneiden des Selbstklebe-Etiketts findet erst im Etikettiergerät statt.


5. Kompetente Beratung erleichtert die Wahl
Die Einsatzfelder von selbstklebenden Etiketten sind enorm breit gestreut. Entsprechend umfangreich ist deshalb auch der Katalog an Entscheidungskriterien, der vor der Auswahl eines Haftverbundes durchgegangen werden muss.

Beispielsweise sind Oberflächeneigenschaften und Struktur des Materials zu beachten, das mit einem Etikett beklebt werden soll. Weiterhin spielen Umwelteinflüsse eine Rolle. Je nach Anbringung der Haftetiketten im Außenbereich oder in Innenräumen müssen Bedingungen, wie extreme Temperaturen, Sonneneinstrahlung, Witterung, Feuchtigkeit berücksichtigt werden. Zu den Auswahlkriterien gehören auch mechanische Einflüsse oder Beständigkeiten gegenüber Chemikalien. Für manche Einsatzzwecke müssen die Etikettenmaterialien außerdem bestimmten Zulassungen oder Normen entsprechen. Und nicht zuletzt sollte der Haftverbund für die eingesetzten Druckverfahren und Verarbeitungsprozesse einschließlich der Nachbeschriftung sowie für die vorgesehene Applizierungsart geeignet sein.